Heinrich Lanz - Das Unternehmen


  Das Unternehmen

1875 veröffentlicht Heinrich Lanz seinen 100. Katalog.
Im Vorwort gibt er einen Überblick über die Entwicklung seines nunmehr 15 Jahre bestehenden Unternehmens. Darin heißt es: "... Mein Absatzgebiet erweiterte sich von Jahr zu Jahr, meine vor mehreren Jahren bescheiden begonnene Fabrikanlage wuchs rasch mit dem raschen Aufschwünge der allgemeinen Verbreitung landwirtschaftlicher Maschinen und mit dem Rufe, den meine Fabrikate überall sich verschafften, so daß heute mein Absatzgebiet sich weit über die Grenzen des Zollvereins, über ganz Österreich-Ungarn, die Donau-Fürstentümer, Holland, Belgien, die Schweiz. Rußland, Italien und Frankreich erstreckt und die Gesamtzahl der von mir verkauften Maschinen bis Ende 1874 - 43314 Stück beträgt, mit einem Wert von beinahe 11 Millionen Mark; hiervon entfallen allein auf das vergangene Jahr 10067 Maschinen im Werte von nahezu 3 Mill. Mark . ..
Wie Heinrich Lanz 1879 den Lokomobil- und Dreschmaschinenbau aufnimmt, beginnt für das Unternehmen eine neue Periode, die einen gewaltigen Aufschwung mit sich bringt. Hätte allerdings der deutsche Staat damals nicht die Maschinenzölle wiedereingeführt, wäre es wohl nur schwer möglich gewesen, die führende Stellung Englands im Großmaschinenbau zu erschüttern.
Mit dieser Starthilfe und durch die Qualität seiner Maschinen gelingt es Heinrich Lanz, sich mit von Jahr zu Jahr steigendem Erfolg durchzusetzen. So wurden bis zum ersten Weltkrieg über 30 000 Lokomobilen und über 20 000 Großdreschmaschinen verkauft.
Zu erwähnen ist hier auch noch der Luftschiffbau von Schütte-Lanz in den Jahren 1908-1918, der, mit mancherlei Hoffnungen begonnen, durch den Ausgang des
1. Weltkrieges ein jähes Ende fand.
1921 beginnt wiederum ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Werkes: Mit der Entwicklung des Glühkopfschleppers, der unter dem Namen "Bulldog" weltbekannt wurde, tut Lanz den entscheidenden Schritt von der stationären zur beweglicher Antriebskraft -, die Lokomobile war ja nur eine erste, noch sehr unvollkommende und teure Lösung gewesen. Lanz wird damit zum Schrittmacher der Motorisierung in der deutschen Landwirtschaft.
Auch das Erntemaschinen-Programm erfährt in den nächsten Jahren eine starke Ausweitung. Zu den Heu- und Halmfruchterntemaschinen kommen in den dreißiger Jahren die Wurzelfruchterntemaschinen hinzu. Gebaut werden alle diese Maschinen im Zweigwerk Zweibrücken, der früheren Landmaschinenfabrik Wery.
Noch bis in die ersten Jahre des 2. Weltkrieges kann Lanz einen ständigen Aufstieg verzeichnen. Die Absatzziffer für Schlepper liegt schon über 100000, und allein an Kartoffelrodern, von den sonstigen, seit Jahrzehnten gebauten Erntemaschinen ganz abgesehen, werden bis dahin mehr als 200000 Stück verkauft.
Das Ende des Krieges jedoch sieht ein weitgehend zerstörtes Werk. Unter großen finanziellen Belastungen wird es wieder aufgebaut. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich aus der veränderten Marktlage. Die deutschen Ostgebiete und Osteuropa, die zu den wichtigsten Absatzgebieten von Lanz gehört hatten, sind der Firma durch die Nachkriegsentwicklung als Märkte verloren gegangen.
Es gilt darum, sich in Konstruktion und Verkaufsplanung den derzeitigen Inlandsverhältnissen noch stärker anzupassen und neue Auslandsmärkte zu erschließen. Neue Maschinen werden entwickelt, darunter die Lanz-Mähdrescher, die sich schnell einen Namen machen. Auch an der Verbesserung des Schlepperprogramms wird laufend gearbeitet.
Als Ergebnis dieser planmäßigen Weiterentwicklung stellt die Firma jetzt ihre neuen Schlepper vor.
Durch das Zusammengehen mit John Deere, dem größten Landmaschinenhersteller in den USA, hat für das Unternehmen nun wieder ein neuer Abschnitt begonnen.
Die Erfahrungen dieser beiden Unternehmen werden der Landwirtschaft zu noch besseren Maschinen, noch wirtschaftlicheren Arbeitsverfahren und damit auch weiterhin steigender Produktivität verhelfen
 
     
Quellenangabe:
Lanz und die Landwirtschaft - Ein Ausschnitt aus 100 Jahren Landtechnik
© 1997 MST / 10-Jul-2010
Ohne Inhalt
- Restaurationsmaterial
- Ersatzteile, Händler
- Lacke, usw. usw. usw.
Lanz und die Landwirt- schaft. Heinrich Lanz und John Deere.
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