Quellenangabe: Lanz
und die Landwirtschaft - Ein Ausschnitt aus 100 Jahren Landtechnik
Aus dem Buch zum 100jährigen Bestehen des Hauses LANZ / Mannheim, im April
1960
Heinrich Lanz - Leben und Werk
Heinrich
Lanz 1838 - 1905 |
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Leben und Werk |
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1858 |
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Heinrich
Lanz, der Sohn des Spedi- tionsunternehmers Johann Peter Lanz, hatte seine
Lehre in einem Mannheimer Kolonialwarengeschäft abgeschlossen und
ging ein Jahr nach Marseille, um die weite Welt kennen zu lernen. Dort
arbeitete er als "Kommis" in einer großen Export- und
Importfirma, um seinem Vater im Geschäft behilflich sein zu können.
Dieser hatte nämlich nach der Verlegung seines Speditionsunternehmens
von Friedrichshafen nach Mannheim auch die Einfuhr von Guano-Dünger
und von landwirtschaftlichen Maschinen aus England aufgenommen. |
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1860 |
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In
einem Gartenhaus am Rande der Stadt richtete Heinrich Lanz eine kleine
Reparaturwerkstatt ein. Nachdem er ein Jahr zuvor den Landmaschinenimport
im väterlichen Geschäft übernommen hatte, war es ihm klar
geworden, wie wichtig gerade bei Landmaschinen ein solcher Reparaturdienst
ist, und er vergaß es nicht wieder: Mit dem Wachsen des Werkes ging
der Ausbau des Kundendienstes Hand in Hand; die schnelle und zuverlässige
Hilfe hat nicht wenig zu dem Vertrauen beigetragen, das die Landwirte
der Firma in den 100 Jahren ihres Bestehens entgegenbrachten. |
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| 1867 | ||
Der
Kaufmann Heinrich Lanz erkannte in der Landwirtschaft den großen,
noch unerschlossenen Markt für Maschinen und Geräte. Zugleich
besaß er genug technisches Verständnis und Urteilsvermögen,
um die Herstellung geeigneter Maschinen aufnehmen zu können. Als
erstes brachte er zusammen mit einem seiner Brüder, unabhängig
vom väterlichen Geschäft, Patent-Futterschneidmaschinen auf
den Markt; Schrotmühlen, Rübenschneidmaschinen, Handdreschmaschinen
und Göpel folgten. - Drei Jahre später übernahm Heinrich
Lanz allein die Führung der Fabrik. |
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1879 |
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Lanz-Erzeugnissen
waren in diesen Jahren auf europäischen Ausstellungen mehr als 70
Ehrenpreise verliehen worden. Die Firma hatte inzwischen rund 70 000 Maschinen
verkauft, die in den erheblich vergrößerten Werkstätten
gebaut worden waren. Nach wie vor aber hatte der Import von Landmaschinen,
vor allem von Dreschmaschinen, eine bedeutende Rolle gespielt. Nun konnte
Heinrich Lanz mit einer eigenen Dampf-Dreschmaschine aufwarten, die von
einer ebenfalls in seinem Werk gebauten Lokomobile angetrieben wurde.
Lokomobile und Dreschmaschine waren es vor allem, die in den folgenden
Jahrzehnten das Lanzsche "Etablissement" zur bedeutendsten Landmaschinenfabrik
des Kontinents mit bald mehr als 1000 Arbeitern werden ließen. |
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| 1900 | ||
| Weltausstellung
in Paris Lanz mit der größten Lokomobile der Welt vertreten.
Bis zu diesem Jahre hatte die Firma geliefert: über 10000 Lokomobilen für Landwirtschaft und Industrie, 7 000 große und mehr als 120000 kleinere Dreschmaschinen, 180000 Futter-Zubereitungsmaschinen, 60000 Göpel für 1-6 Pferde und etwa 16000 verschiedene andere Maschinen. Das war die stolze Bilanz der ersten 40 Jahre! |
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1902 |
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Mit
nunmehr 64 Jahren hätte sich Heinrich Lanz nach seinen Erfolgen ein
ruhigeres Leben gönnen können, aber rastlos verfolgte er neue
Pläne. Amerikanische Unternehmen wandten in der Fertigung landwirtschaftlicher
Maschinen fortschrittlichere Methoden an. Um diese kennen zu lernen, fuhr
Lanz nach Amerika. Dort lernte er bei dem Besuch der Landmaschinenfabrik
John Deere auch den Sohn des Gründers, Charles Deere, kennen. |
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| 1905 | ||
| Die in Amerika gewonnenen Anregungen konnte Heinrich Lanz nur zum Teil noch verwirklichen: Er starb im Jahre 1905. Er, der alle seine großen Leistungen aus Eigenem entwickeln mußte, stiftete in seinem Testament 4 Millionen Goldmark für die Förderung der Wissenschaft und für karitative Zwecke. Eine Million wurde zur Gründung der "Heidelberger Akademie der Wissenschaften" verwendet. Außerdem wurde ganz in der Nähe des Werkes ein Krankenhaus errichtet, das heute noch den Namen Heinrich Lanz trägt. Auch die verschiedenen sozialen Einrichtungen für die Belegschaft erhielten beträchtliche Zuwendungen aus diesem Fonds. | ![]() |
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Quellenangabe: Lanz und die Landwirtschaft - Ein Ausschnitt aus 100 Jahren Landtechnik |
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